Break-Even-Point als Schnittpunkt von Kosten und Erlösen im Diagramm

Break-Even-Point: Formel, Berechnung und Beispiel

Der Break-Even-Point ist die Absatzmenge oder der Umsatz, bei dem ein Unternehmen weder Gewinn noch Verlust erzielt: Die Erlöse decken exakt die fixen und die variablen Kosten. Wer den Break-Even-Point berechnen will, benötigt nur eine kompakte Formel: Fixkosten geteilt durch den Deckungsbeitrag pro Stück. Ein Produkt mit 9.600 Euro Fixkosten im Monat und 48 Euro Deckungsbeitrag pro Stück erreicht die Gewinnschwelle bei genau 200 verkauften Einheiten.

Die Kennzahl beantwortet eine Kernfrage jeder Preis- und Absatzplanung: Ab welcher Menge trägt sich ein Produkt, ein Standort oder ein ganzes Unternehmen? Gründerinnen und Gründer benötigen den Wert für die Rentabilitätsvorschau im Businessplan, etablierte Unternehmen nutzen ihn für Preisentscheidungen, Rabattaktionen und Szenariorechnungen. Der Überblick erklärt die Definition, die Formeln für Menge und Umsatz, ein vollständiges Rechenbeispiel mit Ergebnistabelle sowie die Grenzen der Break-Even-Analyse bei Mehrproduktunternehmen und in der Liquiditätsplanung.

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • •Der Break-Even-Point (Gewinnschwelle) ist erreicht, wenn Umsatzerlöse und Gesamtkosten gleich hoch sind – das Betriebsergebnis beträgt dann genau 0 Euro.
  • •Die Break-Even-Point Formel für die Menge lautet: Fixkosten ÷ (Verkaufspreis − variable Stückkosten).
  • •Der Break-Even-Umsatz ergibt sich aus Fixkosten ÷ Deckungsbeitragsquote; bei 9.600 Euro Fixkosten und 60 Prozent Quote liegt er bei 16.000 Euro.
  • •Eine Preissenkung um 10 Prozent erhöht im Rechenbeispiel die benötigte Absatzmenge um 20 Prozent – von 200 auf 240 Stück.
  • •Die Break-Even-Analyse unterstellt konstante Preise und lineare Kosten und eignet sich deshalb vor allem für kurz- und mittelfristige Planungen.

Was ist der Break-Even-Point?

Der Break-Even-Point bezeichnet den Beschäftigungsgrad, bei dem der Umsatz einer Periode sämtliche Fixkosten und alle angefallenen variablen Kosten dieser Periode deckt. Das Gabler Wirtschaftslexikon nennt als gleichbedeutende Begriffe Gewinnschwelle, Nutzschwelle, Kostenschwelle, Deckungspunkt und „toter Punkt“. Unterhalb der Gewinnschwelle entsteht Verlust, oberhalb davon Gewinn.

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Definition: Break-Even-Point

Der Break-Even-Point ist die Absatzmenge oder der Umsatz, bei dem die Summe aller Deckungsbeiträge exakt den Fixkosten entspricht. Jede zusätzlich verkaufte Einheit oberhalb dieser Schwelle erhöht den Gewinn um ihren Stückdeckungsbeitrag.

Fixkosten und variable Kosten als Grundlage

Wer den Break-Even-Point berechnen will, muss die Kosten zunächst in zwei Gruppen trennen. Fixkosten fallen unabhängig von der Absatzmenge an – typische Positionen sind Miete, Gehälter, Versicherungen und Abschreibungen. Variable Kosten steigen mit jeder produzierten oder verkauften Einheit, etwa Material, Wareneinsatz, Verpackung, Versand und Zahlungsgebühren.

Mischkosten erfordern eine rechnerische Aufteilung: Die Stromrechnung einer Produktionshalle enthält einen fixen Grundpreis und einen mengenabhängigen Arbeitspreis. Als Datenbasis für die Kostentrennung dienen die Kostenrechnung sowie die Gewinn- und Verlustrechnung aus dem Jahresabschluss. Die Qualität dieser Trennung bestimmt die Aussagekraft der Gewinnschwelle.

Break-Even-Point und Deckungsbeitrag im Zusammenhang

Der Deckungsbeitrag ist die zentrale Rechengröße für den Break-Even-Point. Er entspricht dem Verkaufspreis abzüglich der variablen Stückkosten und gibt an, welcher Betrag pro verkaufter Einheit zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung steht. Eine ausführliche Erklärung inklusive Deckungsbeitrag I bis III bietet der Beitrag Deckungsbeitrag berechnen.

Die Gewinnschwelle ist erreicht, sobald die Summe aller Stückdeckungsbeiträge die Fixkosten vollständig abdeckt. Bei 48 Euro Deckungsbeitrag pro Stück und 9.600 Euro Fixkosten sind dafür exakt 200 verkaufte Einheiten notwendig – die 201. Einheit erwirtschaftet den ersten Gewinn von 48 Euro.

Break-Even-Point durch ausgeglichene Waage mit Fixkosten und Deckungsbeiträgen dargestellt

Break-Even-Point Formel: Menge und Umsatz

Für die Gewinnschwelle existieren zwei Varianten: die mengenmäßige Gewinnschwelle in Stück und die wertmäßige Gewinnschwelle in Euro. Beide Formeln beruhen laut der Begriffserläuterung zur Break-Even-Analyse im Gabler Wirtschaftslexikon auf denselben Annahmen: gleichbleibende Fixkosten, konstante Preise und variable Kosten, die proportional zum Umsatz verlaufen.

Break-Even-Menge: Gewinnschwelle in Stück

Die Break-Even-Menge gibt an, wie viele Einheiten ein Unternehmen verkaufen muss, um alle Kosten zu decken. Die Formel lautet: Break-Even-Menge = Fixkosten ÷ (Verkaufspreis − variable Stückkosten). Der Nenner entspricht dem Stückdeckungsbeitrag.

Ein Ergebnis mit Nachkommastellen wird auf die nächste ganze Einheit aufgerundet. Bei 9.600 Euro Fixkosten und 56 Euro Stückdeckungsbeitrag liegt die rechnerische Schwelle bei 171,4 Stück – die Gewinnzone beginnt damit erst ab der 172. verkauften Einheit.

Break-Even-Umsatz: Gewinnschwelle in Euro

Der Break-Even-Umsatz beziffert die Erlöshöhe, ab der ein Unternehmen Gewinn erzielt. Berechnet wird er als Break-Even-Umsatz = Fixkosten ÷ Deckungsbeitragsquote. Die Deckungsbeitragsquote ist der Anteil des Stückdeckungsbeitrags am Verkaufspreis, ausgedrückt in Prozent.

Die umsatzbezogene Variante eignet sich für Unternehmen mit breitem Sortiment, etwa Handelsbetriebe, Gastronomie oder Dienstleister mit Stundensätzen. Bei 9.600 Euro Fixkosten und einer Deckungsbeitragsquote von 60 Prozent liegt der Break-Even-Umsatz bei 16.000 Euro pro Monat.

Die wichtigsten Formeln der Break-Even-Analyse lassen sich in einer Übersicht zusammenfassen. Die Beispielwerte stammen aus dem Rechenbeispiel eines Online-Händlers mit 80 Euro Verkaufspreis, 32 Euro variablen Stückkosten und 9.600 Euro Fixkosten pro Monat.

Kennzahl Formel Ergebnis im Beispiel
Stückdeckungsbeitrag Verkaufspreis − variable Stückkosten 80 € − 32 € = 48 €
Deckungsbeitragsquote Stückdeckungsbeitrag ÷ Verkaufspreis × 100 48 € ÷ 80 € = 60 %
Break-Even-Menge Fixkosten ÷ Stückdeckungsbeitrag 9.600 € ÷ 48 € = 200 Stück
Break-Even-Umsatz Fixkosten ÷ Deckungsbeitragsquote 9.600 € ÷ 0,60 = 16.000 €
Menge für Zielgewinn (Fixkosten + Zielgewinn) ÷ Stückdeckungsbeitrag (9.600 € + 2.400 €) ÷ 48 € = 250 Stück
Sicherheitsspanne (Planabsatz − Break-Even-Menge) ÷ Planabsatz × 100 (260 − 200) ÷ 260 = 23,1 %

Break-Even-Point berechnen: Beispiel Schritt für Schritt

Ein Online-Händler für Rucksäcke dient als durchgehendes Rechenbeispiel. Der Shop verkauft ein Modell zu 80 Euro netto, die variablen Kosten pro Stück betragen 32 Euro, die monatlichen Fixkosten 9.600 Euro. Die Zahlen sind fiktiv, die Rechenlogik gilt für jedes Einproduktunternehmen.

🔄 Break-Even-Point berechnen in vier Schritten

1

Kosten trennen

Fixkosten und variable Stückkosten erfassen

2

Deckungsbeitrag ermitteln

80 € − 32 € = 48 € pro Stück

3

Fixkosten teilen

9.600 € ÷ 48 € = 200 Stück

✓

Ergebnis prüfen

200 × 80 € = 16.000 € Umsatz

Ausgangsdaten des Rechenbeispiels

Die Kostenstruktur des Rucksack-Shops umfasst drei variable und vier fixe Positionen. Die Zuordnung folgt der Frage, ob ein Kostenposten mit jeder zusätzlich verkauften Einheit steigt.

Position Betrag Kostenart
Verkaufspreis netto 80 € pro Stück Erlös
Einkaufspreis Rucksack 24 € pro Stück variabel
Verpackung und Versand 6 € pro Stück variabel
Zahlungsgebühren 2 € pro Stück variabel
Miete Lager und Büro 1.900 € pro Monat fix
Personal 6.000 € pro Monat fix
Software, Versicherungen, Marketing-Grundbudget 1.300 € pro Monat fix
Abschreibungen Lager- und Büroausstattung 400 € pro Monat fix

Die variablen Stückkosten summieren sich auf 32 Euro, die Fixkosten auf 9.600 Euro pro Monat. Daraus ergeben sich ein Stückdeckungsbeitrag von 48 Euro und eine Deckungsbeitragsquote von 60 Prozent.

Ergebnis: Break-Even-Point bei 200 Stück

Der Rucksack-Shop erreicht den Break-Even-Point bei 200 verkauften Einheiten pro Monat, was einem Umsatz von 16.000 Euro entspricht. Bei dieser Menge stehen den 16.000 Euro Erlösen exakt 6.400 Euro variable Kosten und 9.600 Euro Fixkosten gegenüber.

Break-Even-Menge im Beispiel

200 Stück

9.600 € Fixkosten ÷ 48 € Deckungsbeitrag pro Stück

Das Betriebsergebnis verändert sich linear mit der Absatzmenge. Jede Einheit oberhalb von 200 Stück verbessert das Ergebnis des Rucksack-Shops um 48 Euro, jede Einheit darunter verschlechtert es um denselben Betrag.

Absatz (Stück) Umsatz Variable Kosten Fixkosten Ergebnis
100 8.000 € 3.200 € 9.600 € −4.800 €
150 12.000 € 4.800 € 9.600 € −2.400 €
200 16.000 € 6.400 € 9.600 € 0 €
250 20.000 € 8.000 € 9.600 € +2.400 €
300 24.000 € 9.600 € 9.600 € +4.800 €

Break-Even-Analyse: Kennzahlen für die Praxis

Die Break-Even-Analyse geht über die reine Gewinnschwelle hinaus und beziffert Risikopuffer, die Wirkung von Preis- und Kostenänderungen sowie die notwendige Menge für ein Gewinnziel. Das Gabler Wirtschaftslexikon ordnet sie als Entscheidungshilfe für das Management ein.

Sicherheitsspanne: Abstand zum Break-Even-Point

Die Sicherheitsspanne misst, um wie viel Prozent der geplante Absatz sinken darf, bevor ein Unternehmen in die Verlustzone rutscht. Plant der Rucksack-Shop 260 Verkäufe pro Monat, liegt die Sicherheitsspanne bei (260 − 200) ÷ 260 = 23,1 Prozent. Ein Absatzrückgang um bis zu 60 Stück bleibt damit ohne Verlust.

Preissenkung und Kostensteigerung: Wirkung auf die Gewinnschwelle

Preisänderungen verschieben die Gewinnschwelle überproportional. Senkt der Rucksack-Shop den Preis um 10 Prozent auf 72 Euro, fällt der Stückdeckungsbeitrag von 48 auf 40 Euro – ein Rückgang um 16,7 Prozent. Die benötigte Absatzmenge steigt dadurch von 200 auf 240 Stück, also um 20 Prozent.

Vier Szenarien auf Basis von 80 Euro Preis, 32 Euro variablen Stückkosten und 9.600 Euro Fixkosten zeigen die Verschiebung der Gewinnschwelle:

  • Preiserhöhung auf 88 Euro: Stückdeckungsbeitrag 56 Euro, Gewinnschwelle bei 172 Stück
  • Preissenkung auf 72 Euro: Stückdeckungsbeitrag 40 Euro, Gewinnschwelle bei 240 Stück
  • Anstieg der variablen Kosten auf 36 Euro: Stückdeckungsbeitrag 44 Euro, Gewinnschwelle bei 219 Stück
  • Anstieg der Fixkosten auf 10.800 Euro: Stückdeckungsbeitrag 48 Euro, Gewinnschwelle bei 225 Stück

Rabatte wirken stärker auf die Gewinnschwelle als auf den Preis, weil die variablen Stückkosten unverändert bleiben. Ein Preisnachlass von 10 Prozent erfordert bei einer Deckungsbeitragsquote von 60 Prozent ein Absatzplus von 20 Prozent, um das bisherige Ergebnis zu halten.

Zielgewinn: Absatzmenge oberhalb der Gewinnschwelle

Die Break-Even-Formel lässt sich um einen Zielgewinn erweitern. Dazu wird der gewünschte Gewinn zu den Fixkosten addiert und die Summe durch den Stückdeckungsbeitrag geteilt. Für einen Monatsgewinn von 2.400 Euro benötigt der Rucksack-Shop (9.600 + 2.400) ÷ 48 = 250 verkaufte Einheiten.

Break-Even-Point im Businessplan

Für Gründungen ist der Break-Even-Point fester Bestandteil der Finanzplanung. Das Existenzgründungsportal des Bundeswirtschaftsministeriums empfiehlt eine Rentabilitätsvorschau über drei Geschäftsjahre und stuft das dritte Jahr als besonders kritisch ein. Der Monat, ab dem die Erlöse erstmals die Kosten übersteigen, ist darin eine zentrale Planungsgröße.

Beim Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit verlangt § 93 SGB III den Nachweis der Tragfähigkeit durch die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle. Die Gründerplattform von Bundeswirtschaftsministerium und KfW weist darauf hin, dass dafür ein Businessplan inklusive Finanzaufstellung und Rentabilitätsvorschau erforderlich ist.

Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften gehört der kalkulatorische Unternehmerlohn in die Fixkosten der Break-Even-Berechnung. Ohne diesen Posten weist die Rechnung eine Gewinnschwelle aus, bei der zwar alle Betriebskosten gedeckt sind, aber kein Einkommen für den Lebensunterhalt der Inhaberin oder des Inhabers entsteht.

Grenzen des Break-Even-Points

Der Break-Even-Point ist ein Planungsmodell mit vereinfachenden Annahmen. Konstante Verkaufspreise, linear verlaufende variable Kosten und unveränderte Fixkosten gelten in der Realität nur innerhalb bestimmter Mengenbereiche – etwa bis zur Kapazitätsgrenze eines Lagers oder einer Maschine. Ab dieser Grenze springen die Fixkosten, und die Gewinnschwelle muss neu berechnet werden.

✅ Stärken der Break-Even-Analyse

Was die Kennzahl leistet

  • +Mit drei Eingangswerten berechenbar
  • +Zeigt Mindestabsatz für Kostendeckung
  • +Basis für Preis- und Rabattplanung
  • +Grundlage für Gespräche mit Banken

⚠️ Schwächen der Break-Even-Analyse

Wo das Modell vereinfacht

  • −Unterstellt konstante Verkaufspreise
  • −Variable Kosten selten exakt linear
  • −Mehrproduktfall nur mit Annahmen
  • −Keine Aussage über die Liquidität

Break-Even-Point bei mehreren Produkten

In Unternehmen mit mehreren Produkten führt eine Vielzahl von Mengenkombinationen zur Gewinnschwelle, eine eindeutige Break-Even-Menge existiert dort nicht. Die Praxis rechnet deshalb mit dem Break-Even-Umsatz und einer durchschnittlichen Deckungsbeitragsquote. Diese Methode setzt laut Gabler eine konstante Zusammensetzung des Umsatzes voraus.

Ein Café mit 13.000 Euro monatlichen Fixkosten erzielt mit Getränken eine Deckungsbeitragsquote von 75 Prozent und mit Speisen von 55 Prozent. Bei einem Umsatzanteil von je 50 Prozent liegt die durchschnittliche Quote bei 65 Prozent und der Break-Even-Umsatz bei 20.000 Euro. Verschiebt sich der Mix auf 30 Prozent Getränke und 70 Prozent Speisen, sinkt die Quote auf 61 Prozent und der Break-Even-Umsatz steigt auf 21.311 Euro.

Cash-Break-Even: Gewinnschwelle für die Liquidität

Die klassische Gewinnschwelle enthält auch Kosten, die nicht zu Auszahlungen führen, insbesondere Abschreibungen. Der Cash-Break-Even zieht diese nicht zahlungswirksamen Kosten von den Fixkosten ab und zeigt, ab welcher Menge die laufenden Einzahlungen die Auszahlungen decken. Im Rucksack-Beispiel mit 400 Euro monatlichen Abschreibungen liegt der Cash-Break-Even bei (9.600 − 400) ÷ 48 = 191,7, also bei 192 Stück.

⚠️

Gewinnschwelle ersetzt keine Liquiditätsplanung

Ein Unternehmen oberhalb der Gewinnschwelle kann trotzdem zahlungsunfähig werden, wenn Kunden mit 30 oder 60 Tagen Zahlungsziel bezahlen, Lieferanten und Gehälter aber sofort fällig sind. Für die Zahlungsfähigkeit ist ein separater Liquiditätsplan erforderlich; Instrumente wie Factoring verkürzen den Abstand zwischen Rechnungsstellung und Zahlungseingang.

Häufig gestellte Fragen zum Break-Even-Point

Was bedeutet Break-Even-Point auf Deutsch?▼
Break-Even-Point bedeutet auf Deutsch Gewinnschwelle. Gleichbedeutend verwendet werden die Begriffe Nutzschwelle, Kostenschwelle, Deckungspunkt und „toter Punkt“. Gemeint ist in allen Fällen die Absatzmenge oder der Umsatz, bei dem Erlöse und Gesamtkosten exakt gleich hoch sind. Das Betriebsergebnis beträgt an diesem Punkt 0 Euro; jede weitere verkaufte Einheit erzeugt Gewinn in Höhe ihres Stückdeckungsbeitrags.
Wie lautet die Break-Even-Point Formel?▼
Die Break-Even-Point Formel lautet: Fixkosten ÷ (Verkaufspreis − variable Stückkosten). Das Ergebnis ist die Gewinnschwelle in Stück. Für den Break-Even-Umsatz in Euro werden die Fixkosten durch die Deckungsbeitragsquote geteilt. Bei 9.600 Euro Fixkosten, 80 Euro Verkaufspreis und 32 Euro variablen Stückkosten liegt die Break-Even-Menge bei 200 Stück und der Break-Even-Umsatz bei 16.000 Euro.
Was ist der Unterschied zwischen Break-Even-Point und Deckungsbeitrag?▼
Der Deckungsbeitrag ist eine Rechengröße, der Break-Even-Point ein Ergebnis. Der Deckungsbeitrag zeigt, wie viel Euro eine verkaufte Einheit nach Abzug der variablen Kosten zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Die Gewinnschwelle gibt an, wie viele solcher Deckungsbeiträge nötig sind, bis die Fixkosten vollständig gedeckt sind. Ohne Deckungsbeitrag lässt sich die Gewinnschwelle nicht berechnen.
Was passiert bei einem negativen Deckungsbeitrag?▼
Bei einem negativen Deckungsbeitrag existiert kein Break-Even-Point. Liegen die variablen Stückkosten über dem Verkaufspreis, vergrößert jede zusätzlich verkaufte Einheit den Verlust. Die Formel liefert in diesem Fall einen negativen Wert ohne wirtschaftliche Bedeutung. Abhilfe schaffen nur eine Preiserhöhung, eine Senkung der variablen Kosten oder die Einstellung des Produkts.
Gehört der Unternehmerlohn in die Break-Even-Berechnung?▼
Der kalkulatorische Unternehmerlohn gehört bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften in die Fixkosten der Break-Even-Berechnung. Anders als das Geschäftsführergehalt einer GmbH erscheint die Vergütung der Inhaberin oder des Inhabers nicht als Personalaufwand. Ohne diesen Posten zeigt die Rechnung eine Gewinnschwelle, bei der zwar alle Betriebskosten gedeckt sind, aber kein Einkommen für den Lebensunterhalt entsteht.
Was ist eine Break-Even-Analyse?▼
Eine Break-Even-Analyse ist ein Verfahren der Kostenrechnung, das die Gewinnschwelle eines Produkts, Bereichs oder Unternehmens ermittelt und deren Veränderung bei abweichenden Preisen, Kosten oder Mengen untersucht. Zu den typischen Kennzahlen zählen Break-Even-Menge, Break-Even-Umsatz, Sicherheitsspanne und die Absatzmenge für einen Zielgewinn. Die Analyse dient als Entscheidungshilfe für Preisgestaltung, Investitionen und Kapazitätsplanung.

🎯 Fazit

Der Break-Even-Point zeigt mit drei Eingangsgrößen – Fixkosten, Verkaufspreis und variable Stückkosten –, ab welcher Menge oder welchem Umsatz ein Unternehmen Gewinn erzielt. Die Formel Fixkosten ÷ Stückdeckungsbeitrag liefert die Gewinnschwelle in Stück, Fixkosten ÷ Deckungsbeitragsquote die Gewinnschwelle in Euro. Für belastbare Ergebnisse sind eine saubere Trennung fixer und variabler Kosten, die Berücksichtigung des Unternehmerlohns und ein Abgleich mit der Liquiditätsplanung entscheidend. Szenariorechnungen mit veränderten Preisen und Kosten machen sichtbar, wie empfindlich die Gewinnschwelle reagiert: Im Rechenbeispiel erfordert ein Preisnachlass von 10 Prozent bereits 20 Prozent mehr Absatz. Für Gründung, Preisgestaltung und Sortimentsentscheidungen ist der Break-Even-Point damit eine Kernkennzahl der Kostenrechnung.

Quellenverzeichnis

Offizielle Quellen

Gründerplattform (BMWE und KfW) – Rentabilitätsvorschau erstellen

https://gruenderplattform.de/unternehmen-gruenden/rentabilitaetsvorschau-erstellen

Gesetze im Internet – § 93 SGB III Gründungszuschuss

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__93.html

Fachlexika

Gabler Wirtschaftslexikon – Break-Even-Analyse

https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/break-even-analyse-31893

Gabler Wirtschaftslexikon – Break-Even-Point

https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/break-even-point-27541