Steuererklärung selber machen – für viele klingt das nach Papierkram und Paragraphen-Dschungel. Dabei lohnt es sich: Laut Statistischem Bundesamt erhalten 86,6 Prozent aller Steuerpflichtigen eine Erstattung – im Schnitt satte 1.172 Euro. Trotzdem verschenken Millionen Deutsche jedes Jahr Geld, weil sie keine Steuererklärung abgeben. Das muss nicht sein.
Mit ELSTER, moderner Steuersoftware oder Apps wie Taxfix ist die Steuererklärung heute einfacher denn je. Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Steuererklärung 2025/2026 selbst erstellen – von der Vorbereitung über die wichtigsten Pauschalen bis zur elektronischen Abgabe. Inklusive aller Fristen, aktueller Freibeträge und Tipps, mit denen Sie das Maximum aus Ihrer Erstattung herausholen.
📌 Das Wichtigste in Kürze
- •Durchschnittliche Erstattung: 1.172€ – 86,6% bekommen Geld zurück, nur 12% müssen nachzahlen
- •Frist Steuererklärung 2025: 31. Juli 2026 (Pflicht) – freiwillig bis zu 4 Jahre rückwirkend möglich
- •Grundfreibetrag 2026: 12.348€ (Ledige) / 24.696€ (Verheiratete) – bis dahin steuerfrei
- •Wichtige Pauschalen: Arbeitnehmer 1.230€, Homeoffice max. 1.260€ (6€/Tag, 210 Tage)
- •ELSTER ist kostenlos, Steuersoftware kostet 20-40€ – beide führen Schritt für Schritt durch
Warum sich die Steuererklärung lohnt
Viele Deutsche verzichten auf die Steuererklärung – und verschenken damit bares Geld. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Von 26,5 Millionen Arbeitnehmern geben nur 14,4 Millionen eine Einkommensteuererklärung ab. Das bedeutet: Fast die Hälfte lässt potenzielle Erstattungen einfach liegen.
Durchschnittliche Steuererstattung Deutschland
1.172 €
pro Steuerpflichtigem | 86,6% erhalten Erstattung | Quelle: Statistisches Bundesamt
86,6%
erhalten Erstattung
12%
müssen nachzahlen
50-69
Tage Bearbeitung
4 J.
rückwirkend möglich
Wer die Steuererklärung selber macht, spart zudem die Kosten für Steuerberater (oft mehrere Hundert Euro) und gewinnt einen besseren Überblick über die eigenen Finanzen. Gerade bei überschaubaren Einkommensverhältnissen ist die Selbsterstellung mit ELSTER oder Steuersoftware problemlos möglich.
Fristen und wichtige Termine 2026
Die Abgabefristen wurden nach den Corona-Sonderregelungen wieder gestrafft. Für das Steuerjahr 2025 gelten folgende Termine:
Tipp: Jetzt noch für 2021 abgeben!
Wer nicht zur Abgabe verpflichtet war, kann die freiwillige Steuererklärung für 2021 noch bis zum 31. Dezember 2025 einreichen. Gerade Studenten und Azubis können durch den Verlustvortrag auch ohne Einkommen profitieren.
Wer muss eine Steuererklärung abgeben?
Nicht jeder ist zur Abgabe verpflichtet. Für Arbeitnehmer mit nur einem Job und Steuerklasse I oder IV besteht meist keine Pflicht. In folgenden Fällen müssen Sie jedoch eine Steuererklärung einreichen:
📋 Pflicht zur Steuererklärung besteht bei:
Steuerklassenkombination 3/5 oder 4/4 mit Faktor bei Ehepaaren
Lohnersatzleistungen über 410€ (Arbeitslosengeld, Elterngeld, Kurzarbeitergeld, Krankengeld)
Nebeneinkünfte über 410€ (z.B. aus Vermietung, Selbstständigkeit, Kapitalerträge)
Mehrere Arbeitgeber gleichzeitig im selben Kalenderjahr
Freibeträge eingetragen auf der Lohnsteuerkarte
Abfindung erhalten oder außerordentliche Einkünfte
Auch wer nicht verpflichtet ist, sollte prüfen, ob sich die freiwillige Abgabe lohnt. In 90% der Fälle erhalten Steuerpflichtige eine Erstattung – das Risiko einer Nachzahlung ist gering.

ELSTER, Steuersoftware oder Steuerberater?
Wer die Steuererklärung selber machen möchte, hat mehrere Optionen. Die Wahl hängt von der Komplexität Ihres Steuerfalls und Ihrem Budget ab:
ELSTER
Offizielle kostenlose Plattform. Erfordert Registrierung + Aktivierungscode (dauert ca. 2 Wochen). Weniger Hilfe-Funktionen.
WISO / Tax
Umfangreiche Software mit Tipps, Plausibilitätsprüfung, Steueroptimierung. Datenabruf vom Finanzamt möglich.
Taxfix / Smartsteuer
App-basiert, Interview-Modus. Ideal für Einsteiger. Belege scannen per Handy. Zahlung nur bei Abgabe.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
So erstellen Sie Ihre Steuererklärung systematisch und fehlerfrei:
1. Unterlagen sammeln
Bevor Sie beginnen, sollten alle wichtigen Dokumente vorliegen:
✅ Checkliste: Benötigte Unterlagen
Lohnsteuerbescheinigung vom Arbeitgeber (elektronisch abrufbar)
Steuer-ID und ggf. Steuernummer aus dem Vorjahr
Nebenkostenabrechnung der Mietwohnung (für haushaltsnahe Dienstleistungen)
Belege für Werbungskosten (Fahrtkosten, Fortbildungen, Arbeitsmittel, Homeoffice-Tage)
Spendenquittungen und Versicherungsbeiträge
Handwerkerrechnungen (müssen per Überweisung bezahlt sein!)
Riester-/Rürup-Bescheinigungen und Altersvorsorge-Nachweise
2. ELSTER oder Software einrichten
Für ELSTER benötigen Sie ein Zertifikat. Die Registrierung dauert etwa 2 Wochen – beginnen Sie also frühzeitig. Bei Steuersoftware können Sie Daten aus dem Vorjahr übernehmen, was den Aufwand erheblich reduziert.
3. Formulare ausfüllen
Das Hauptformular ist der Mantelbogen (ESt 1A). Je nach Situation kommen Anlagen hinzu: Anlage N für Arbeitnehmer, Anlage V bei Vermietung, Anlage Kind für Eltern. Steuersoftware führt Sie automatisch durch die relevanten Formulare.
4. Prüfen und absenden
Kontrollieren Sie alle Angaben vor dem Absenden. Prüfen Sie insbesondere die Bankverbindung für die Erstattung. Die elektronische Übermittlung beschleunigt die Bearbeitung – das Finanzamt benötigt durchschnittlich 50-69 Tage für den Bescheid.
Was kann ich von der Steuer absetzen?
Die wichtigsten absetzbaren Kosten im Überblick:
Definition: Werbungskosten vs. Sonderausgaben
Werbungskosten sind Ausgaben, die im Zusammenhang mit Ihrer Arbeit entstehen (Fahrtkosten, Arbeitsmittel, Fortbildung). Sonderausgaben sind private Ausgaben, die der Gesetzgeber steuerlich begünstigt (Versicherungen, Spenden, Altersvorsorge). Beide senken Ihr zu versteuerndes Einkommen.
Häufige Fehler vermeiden
Diese Fehler kosten bares Geld
Frist versäumt: Verspätungszuschlag von mind. 25€ pro Monat. Falsche Bankverbindung: Verzögert die Erstattung erheblich. Handwerker bar bezahlt: Keine steuerliche Anerkennung möglich. Belege nicht aufbewahrt: Das Finanzamt kann bis zu 4 Jahre nachfordern.
✅ So machen Sie es richtig
- +Belege ganzjährig sammeln und sortieren
- +Frühzeitig mit ELSTER-Registrierung starten
- +Steuerbescheid mit Software-Berechnung vergleichen
- +Bei Abweichungen: Einspruch binnen 1 Monat
⚠️ Typische Fehler
- −Pauschalen nicht ausschöpfen
- −Nebenkostenabrechnung vergessen
- −Homeoffice-Tage nicht dokumentiert
- −Freiwillige Abgabe nicht genutzt
Steueränderungen 2026
Für das Steuerjahr 2026 gelten einige wichtige Neuerungen:
Häufig gestellte Fragen
🎯 Fazit
Die Steuererklärung selber machen lohnt sich: Durchschnittlich 1.172 Euro Erstattung warten auf Sie, und mit ELSTER oder moderner Steuersoftware ist der Prozess einfacher denn je. Der wichtigste Tipp: Fangen Sie früh an, sammeln Sie Belege systematisch und nutzen Sie alle Pauschalen aus. Auch wer nicht zur Abgabe verpflichtet ist, sollte die freiwillige Steuererklärung prüfen – in 90% der Fälle springt eine Erstattung heraus. Die Frist für 2025 endet am 31. Juli 2026 – genug Zeit, um sich in Ruhe einzuarbeiten.
Quellenverzeichnis
Amtliche Quellen
Statistisches Bundesamt – Einkommensteuerstatistik
Bundesfinanzministerium – Steueränderungen 2026
ELSTER – Elektronische Steuererklärung
Weitere Quellen
Finanztip – Steuersoftware-Vergleich
Sparkasse – Steueränderungen 2026
Statista – Steuererstattungen Deutschland




