Fachkräftemangel im visuellen Fokus

Fachkräftemangel 2026 in Deutschland: Aktuelle Statistik, betroffene Branchen und Lösungen


Der Fachkräftemangel bleibt auch 2026 eine der zentralen wirtschaftlichen Herausforderungen in Deutschland. Obwohl sich die Lage durch die konjunkturelle Schwäche leicht entspannt hat – nur noch 22,7% der Betriebe melden fehlende qualifizierte Arbeitskräfte – bleiben strukturelle Engpässe bestehen. Laut ifo Institut ist dies der niedrigste Wert seit fünf Jahren, doch Entwarnung wäre verfrüht.

Die Auswirkungen des Fachkräftemangels sind in allen Bereichen spürbar: Von der Pflege über das Handwerk bis hin zur IT-Branche fehlen kompetente Fachkräfte. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) beziffert die nicht besetzbaren Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte auf über 387.000 (Stand März 2025). Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Statistiken, analysiert die Ursachen und zeigt konkrete Lösungsansätze für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

📌 Das Wichtigste in Kürze


  • 22,7% der Betriebe melden Fachkräftemangel – niedrigster Wert seit 5 Jahren (ifo 2026)

  • Fachkräftelücke: Über 387.000 qualifizierte Stellen rechnerisch nicht besetzbar

  • Besonders betroffen: Pflege (bis 690.000 Lücke), IT (109.000), Handwerk (200.000+)

  • Hauptursache: Demografischer Wandel – 80.000 Renteneintritte pro Monat

  • Zuwanderung wirkt: 420.000 Erwerbsmigranten (Juni 2025, +110% seit 2020)

  • KI als Chance: 67% der Unternehmen sehen keine negativen Job-Effekte

Was ist Fachkräftemangel? – Definition und aktueller Umfang

Fachkräftemangel bezeichnet die Situation, in der Unternehmen über einen längeren Zeitraum offene Stellen nicht mit geeigneten Bewerbern besetzen können. Die Bundesagentur für Arbeit definiert einen Engpassberuf, wenn die Vakanzzeit mehr als 40% über dem Durchschnitt liegt und gleichzeitig weniger als drei Arbeitslose auf eine offene Stelle kommen. Nach dieser Definition herrscht bereits in über 163 Berufen ein signifikanter Fachkräftemangel.

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Definition: Fachkräftemangel

Fachkräftemangel bezeichnet den Zustand einer Volkswirtschaft, in dem eine bedeutende Anzahl von Arbeitsplätzen nicht oder nicht zeitgerecht durch Mitarbeiter mit bestimmten Kenntnissen und Fähigkeiten besetzt werden kann, weil auf dem Arbeitsmarkt keine ausreichende Anzahl entsprechend qualifizierter Fachkräfte zur Verfügung steht.

Die aktuelle Fachkräftemangel Statistik für Deutschland zeigt eine differenzierte Entwicklung: Während die konjunkturelle Schwäche kurzfristig für Entlastung sorgt, verschärft der demografische Wandel das strukturelle Problem kontinuierlich. Laut DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 berichteten 36% der befragten Unternehmen von Stellenbesetzungsschwierigkeiten – ein Rückgang von 7 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

22,7%
Betriebe mit Fachkräftemangel
ifo Institut 2026
387.000
Nicht besetzbare Stellen
KOFA März 2025
163
Engpassberufe
Bundesagentur für Arbeit
~80.000
Renteneintritte pro Monat
Babyboomer-Effekt

Zentrale Kennzahlen zum Fachkräftemangel 2026

Indikator Aktueller Wert Entwicklung Quelle
Betroffene Betriebe 22,7% ↓ -3,1 PP vs. Okt. 2025 ifo Institut
Fachkräftelücke 387.000+ ↓ -17,9% vs. Q2/2024 IW/KOFA
Gemeldete offene Stellen 598.110 ↓ -5,4% vs. Jan. 2025 BA Januar 2026
Qualifizierte Arbeitslose 1,24 Mio. ↑ +10,2% vs. Vorjahr KOFA März 2025
Erwerbsmigranten 420.000 ↑ +110% vs. 2020 BA Juni 2025

Ursachen des Fachkräftemangels in Deutschland

Die Ursachen für den Fachkräftemangel sind vielfältig und miteinander verknüpft. Der demografische Wandel wirkt als Haupttreiber, verstärkt durch strukturelle Probleme im Bildungssystem und veränderte Erwartungen an Arbeitsplätze.

Demografischer Wandel als Hauptursache

Der demografische Wandel ist der primäre strukturelle Treiber des Fachkräftemangels. Die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge (geboren 1955-1969) gehen aktuell in Rente. Monatlich verlassen laut DGUV-Analysen etwa 80.000 Menschen aufgrund ihres Renteneintritts den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig kommen weniger junge Menschen nach, die diese Lücken füllen könnten.

80.000
Renteneintritte pro Monat
Die Babyboomer-Generation verlässt den Arbeitsmarkt – gleichzeitig kommen weniger junge Fachkräfte nach

Die konkreten Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt sind messbar: Die Erwerbsbevölkerung schrumpft bis 2030 um 3-4 Millionen Menschen. Das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) prognostiziert für 2026 ein BIP-Wachstum von 1,1%, getrieben auch durch die Fiskalpakete – doch der Fachkräftemangel bleibt ein bremsender Faktor.

Bildungs- und Ausbildungssystem unter Druck

Das deutsche Bildungssystem kämpft mit strukturellen Herausforderungen, die den Fachkräftemangel verstärken. Der Akademisierungstrend führt dazu, dass immer mehr junge Menschen ein Studium einem Ausbildungsberuf vorziehen. Gleichzeitig bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt – im Jahr 2024 waren es über 19.000 im Handwerk allein.

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Qualifikationsmismatch

57% der nicht besetzbaren Stellen entfallen auf Berufe mit dualer Berufsausbildung (DIHK 2025/2026). Während Akademiker teilweise Schwierigkeiten bei der Jobsuche haben, fehlen gerade Fachkräfte mit praktischer Ausbildung – ein strukturelles Ungleichgewicht im Arbeitsmarkt.

Wandel der Arbeitswelt und veränderte Erwartungen

Die Ansprüche an Arbeitsplätze haben sich fundamental gewandelt. Moderne Fachkräfte legen großen Wert auf Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Möglichkeiten. Unternehmen, die diese Erwartungen nicht erfüllen können – insbesondere im Handwerk und in traditionellen Industrien – haben zunehmend Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung.

Die Fluktuation im Pflegebereich verdeutlicht das Problem: Laut Techniker Krankenkasse (TK-Gesundheitsreport 2025) liegen die Krankheitstage bei Pflegekräften deutlich über dem Durchschnitt aller Berufsgruppen. 72% der Pflegekräfte in leitender Funktion beklagen die körperliche Belastung, 59% die psychische Belastung.

Betroffene Branchen und Berufsfelder im Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel betrifft nicht alle Branchen gleichermaßen. Während sich die Lage in einigen Bereichen durch die Konjunkturschwäche entspannt hat, bleiben strukturelle Engpässe in systemrelevanten Sektoren bestehen.

Fachkräftemangel in der Pflege

Der Fachkräftemangel in der Pflege ist besonders dramatisch und wird sich weiter verschärfen. Laut Pflegekräftevorausberechnung des Statistischen Bundesamtes werden bis 2049 zwischen 280.000 und 690.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt. Der Bedarf an Pflegekräften steigt bis 2049 auf 2,15 Millionen – ein Drittel mehr als 2019.

Kennzahl Pflege Wert Zeitraum
Prognostizierte Pflegekräftelücke 280.000-690.000 bis 2049
Arbeitslose pro 100 Pflegestellen 55 2025
Anteil ausländischer Pflegekräfte 16% 2024
Prognostizierte Pflegebedürftige 6,8 Mio. bis 2055

Ein bemerkenswerter Trend: Seit 2022 wird das Beschäftigungswachstum in der Pflege ausschließlich von ausländischen Fachkräften getragen. Der Anteil internationaler Pflegekräfte ist von 5% vor zehn Jahren auf 16% im Jahr 2024 gestiegen – das entspricht etwa 307.000 Beschäftigten.

Fachkräftemangel im Handwerk

Der Fachkräftemangel im Handwerk zeigt ein paradoxes Bild: Trotz stabiler Auftragslage fehlt der Nachwuchs. Ende Dezember 2024 waren bei den Arbeitsagenturen 125.500 offene Stellen im Handwerk gemeldet. Da Betriebe nicht alle Stellen melden, schätzt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) den tatsächlichen Bedarf auf deutlich über 200.000 Fachkräfte.

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Nachfolgeproblem im Handwerk

In den kommenden fünf Jahren steht bei rund 125.000 Handwerksbetrieben (über 10% aller Betriebe) der Generationswechsel an. Der ZDH beklagt ein „stilles Sterben“ von Betrieben – 2024 gingen geschätzt 80.000 Arbeitsplätze verloren, weil Inhaber keine Nachfolger finden.

Fachkräftemangel in der IT-Branche

Im IT-Bereich zeigt sich eine ambivalente Entwicklung. Laut Bitkom-Studie 2025 fehlen aktuell rund 109.000 IT-Fachkräfte – deutlich weniger als die 149.000 im Jahr 2023. Dennoch sehen 85% der Unternehmen weiterhin einen Mangel, und 79% erwarten eine Verschärfung in der Zukunft.

Besonders gefragt sind IT-Security-Fachkräfte, Cloud-Architekten, Data Scientists und KI-Spezialisten. Die konjunkturelle Schwäche hat jedoch zu einem Stellenabbau geführt: 6% der Unternehmen haben IT-Fachkräfte entlassen, 14% rechnen mit Entlassungen in den kommenden 12 Monaten.

Branchenübergreifende Engpassberufe 2026

Branche Kritische Berufe Fachkräftelücke Betriebe betroffen
Pflege Altenpfleger, Krankenpfleger 280.000-690.000 (bis 2049) 55 Arbeitslose/100 Stellen
Handwerk Sanitär/Heizung, Elektrik, Bau >200.000 Stellen 40% mit Besetzungsproblemen
IT Security, Cloud, Data Science 109.000 Stellen 85% sehen Mangel
Baugewerbe Tief-/Hochbau, Dachdecker 12.000+ SHK-Fachkräfte 30,4%
Ingenieurwesen Bau-, Maschinenbauingenieure ~100.000 Stellen VDI Q3/2025

Regionale Unterschiede beim Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel in Deutschland zeigt erhebliche regionale Unterschiede. Während in Bayern rechnerisch nur etwa eine arbeitslose Fachkraft auf eine gemeldete Stelle kommt, sind es in Hamburg 2,7 und in Berlin sogar 4,8 arbeitslose Fachkräfte pro Stelle.

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Besonders betroffen

  • Bayern (niedrigste Arbeitslosigkeit)
  • Baden-Württemberg (starke Industrie)
  • Ländliche Gebiete mit Abwanderung
  • Süddeutsche Ballungsräume
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Weniger betroffen

  • Stadtstaaten Berlin, Hamburg
  • Teile des Ruhrgebiets
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Sachsen-Anhalt

Lösungsansätze gegen den Fachkräftemangel

Die Bewältigung des Fachkräftemangels erfordert einen vielschichtigen Ansatz auf mehreren Ebenen. Erfolgreiche Fachkräftemangel-Lösungen umfassen sowohl kurzfristige Maßnahmen zur Talentgewinnung als auch langfristige Strukturreformen.

Fachkräfteeinwanderungsgesetz zeigt Wirkung

Das reformierte Fachkräfteeinwanderungsgesetz (in Kraft seit November 2023) zeigt messbare Erfolge. Laut Bundesagentur für Arbeit hat sich die Erwerbsmigration seit 2020 mehr als verdoppelt: Im Juni 2025 hatten 420.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte eine Aufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis aufgrund ihrer Erwerbstätigkeit.

Nov. 2023: Stufe 1
Erleichterungen für Akademiker, abgesenkte Gehaltsschwellen für Blaue Karte EU
März 2024: Stufe 2
Einwanderung auf Basis von Berufserfahrung, Anerkennungspartnerschaft
Juni 2024: Stufe 3
Chancenkarte mit Punktesystem, Westbalkanregelung auf 50.000 Kontingent verdoppelt

Die Blaue Karte EU verzeichnet einen Zuwachs von 114% gegenüber 2020 – inzwischen sind gut 164.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus Nicht-EU-Staaten mit diesem Aufenthaltstitel in Deutschland tätig. Die Chancenkarte wurde seit ihrer Einführung im Juni 2024 bereits über 20.000 Mal ausgestellt.

Künstliche Intelligenz als Lösungsbaustein

KI wird zunehmend als Instrument gegen den Fachkräftemangel gesehen. Laut Bitkom-Studie 2025 erwarten 67% der Unternehmen, dass KI keinen negativen Einfluss auf die Stellenzahl haben wird. 56% sehen in KI sogar eine Chance, den Fachkräftemangel zu lindern, indem Routinetätigkeiten automatisiert werden.

KI-Chancen

  • 67% erwarten keine Job-Verluste durch KI
  • 56% sehen Entlastung beim Fachkräftemangel
  • 45% der Beschäftigten nutzen KI bereits
  • Produktivitätssteigerung um 0,9-1,2% p.a. möglich

KI-Grenzen

  • Pflege: Menschlicher Kontakt nicht ersetzbar
  • 20% rechnen mit Stellenabbau
  • 27% erwarten KI-bedingte Entlassungen
  • 56% sehen Fachkräftemangel bei KI-Experten

Das ifo Institut bestätigt: Die KI trägt neben der konjunkturellen Schwäche zur aktuellen Entspannung am Arbeitsmarkt bei. Gleichzeitig verändert der technologische Wandel die Anforderungen an Beschäftigte grundlegend – Weiterbildung in KI-Kompetenzen wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Weitere Lösungsstrategien für Unternehmen

Unternehmen können dem Fachkräftemangel mit verschiedenen Maßnahmen begegnen. Der DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 zeigt: 83% der Unternehmen erwarten auch künftig negative Folgen durch den Arbeits- und Fachkräftemangel – proaktives Handeln ist daher entscheidend.


Checkliste: Maßnahmen gegen Fachkräftemangel






Häufig gestellte Fragen

Was ist Fachkräftemangel?
Fachkräftemangel bezeichnet die Situation, wenn Unternehmen über einen längeren Zeitraum offene Stellen nicht mit qualifizierten Bewerbern besetzen können. Die Bundesagentur für Arbeit definiert einen Engpassberuf, wenn die Vakanzzeit mehr als 40% über dem Durchschnitt liegt und gleichzeitig weniger als drei Arbeitslose auf eine offene Stelle kommen. Nach dieser Definition herrscht 2026 in über 163 Berufen ein signifikanter Fachkräftemangel.
Welche Branchen sind 2026 am stärksten vom Fachkräftemangel betroffen?
Besonders betroffen sind das Gesundheits- und Pflegewesen (bis 2049 fehlen 280.000-690.000 Pflegekräfte laut Destatis), das Handwerk mit über 200.000 unbesetzten Stellen, die IT-Branche mit 109.000 offenen Positionen sowie das Baugewerbe, wo 30,4% der Betriebe weiterhin Fachkräftemangel melden. Auch der Bildungssektor kämpft mit Engpässen.
Wie viele Fachkräfte fehlen in Deutschland aktuell?
Laut KOFA-Fachkräftereport konnten im März 2025 über 387.000 offene Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte rechnerisch nicht besetzt werden. Die Fachkräftelücke hat sich gegenüber dem Vorjahr um 17,9% reduziert, bleibt aber strukturell bestehen. Die Gesamtzahl der bei der BA gemeldeten offenen Stellen lag im Januar 2026 bei rund 598.110 – 5,4% weniger als im Vorjahresmonat.
Wirkt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz?
Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz zeigt messbare Erfolge: Die Erwerbsmigration hat sich seit 2020 mehr als verdoppelt. Im Juni 2025 hatten 420.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte eine Aufenthaltserlaubnis aufgrund von Erwerbstätigkeit. Die Zahl der Blauen Karten EU ist um 114% gegenüber 2020 gestiegen. Deutschland liegt im OECD-Attraktivitätsranking für Fachkräfte allerdings nur auf Platz 15.
Kann Künstliche Intelligenz den Fachkräftemangel lösen?
KI kann den Fachkräftemangel teilweise kompensieren, aber nicht vollständig lösen. Laut Bitkom erwarten 67% der Unternehmen, dass KI keinen negativen Einfluss auf die Stellenzahl hat. 56% sehen KI als Chance, den demografischen Wandel abzufedern. Für Berufe mit direktem Menschenkontakt wie Pflege bleibt KI jedoch nur unterstützend einsetzbar. Das IW prognostiziert durch KI ein Produktivitätswachstum von 0,9-1,2% jährlich.
Wie entwickelt sich der Fachkräftemangel regional?
Der Fachkräftemangel zeigt erhebliche regionale Unterschiede. In Bayern kommt rechnerisch nur etwa eine arbeitslose Fachkraft auf eine gemeldete Stelle, in Hamburg sind es 2,7 und in Berlin 4,8. Bayern und Baden-Württemberg sind aufgrund ihrer starken Wirtschaft besonders betroffen. Strukturschwache Regionen mit höherer Arbeitslosigkeit haben weniger Engpässe, aber auch weniger wirtschaftliche Dynamik.

🎯 Fazit: Fachkräftemangel bleibt strukturelle Herausforderung

Der Fachkräftemangel in Deutschland zeigt sich 2026 in einem ambivalenten Bild: Die konjunkturelle Schwäche und der zunehmende KI-Einsatz haben kurzfristig für eine Entspannung gesorgt – nur noch 22,7% der Betriebe melden Engpässe, der niedrigste Wert seit fünf Jahren. Doch diese Entwarnung ist trügerisch.

Die strukturellen Treiber des Fachkräftemangels – demografischer Wandel mit 80.000 Renteneintritten monatlich, Qualifikationsmismatch und veränderte Arbeitsmarkterwartungen – bleiben unverändert wirksam. In systemrelevanten Bereichen wie Pflege, Handwerk und Bau verschärfen sich die Engpässe weiter. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz zeigt zwar Wirkung, aber Deutschland liegt im internationalen Attraktivitätsvergleich nur auf Platz 15.

Die Lösung erfordert einen koordinierten Ansatz: Unternehmen müssen Arbeitgeberattraktivität und Weiterbildung stärken, die Politik muss Zuwanderung weiter erleichtern und das Bildungssystem modernisieren. KI bietet Entlastungspotenzial, kann aber den Fachkräftemangel in personennahen Berufen nicht lösen. Der Fachkräftemangel bleibt auch 2026 und darüber hinaus eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Quellenverzeichnis

Offizielle Statistiken & Behörden

Statistisches Bundesamt – Pflegekräftevorausberechnung 2024

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_033_23_12.html

Bundesagentur für Arbeit – Fünf Jahre Fachkräfteeinwanderungsgesetz

https://www.arbeitsagentur.de/presse/2026-07-fuenf-jahre-fachkraefteeinwanderungsgesetz

Bundesagentur für Arbeit – Arbeitsmarkt kompakt November 2025

statistik.arbeitsagentur.de

Studien & Reports

Institut der deutschen Wirtschaft (IW) – KOFA Fachkräftereport März 2025

https://www.iwkoeln.de/studien/

ifo Institut – Konjunkturumfrage Fachkräftemangel Februar 2026

produktion.de

Branchenverbände

Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) – Konjunkturbericht 2025

https://www.zdh.de/

Verein Deutscher Ingenieure (VDI) – Ingenieurmonitor Q3/2025

iqb.de/karrieremagazin