Vermögen in Deutschland Karte mit Häusern, Balkendiagrammen und Euro‑Symbolen.

Vermögen in Deutschland 2026: Definition, Verteilung und Vermögensaufbau

Das Vermögen in Deutschland hat Ende 2025 einen historischen Meilenstein erreicht: Das private Geldvermögen überschritt laut DZ Bank erstmals die Marke von 10 Billionen Euro. Gleichzeitig bleibt die Verteilung extrem ungleich – das Medianvermögen aller Haushalte liegt bei nur 103.100 Euro, während die reichsten 10 Prozent über 777.200 Euro besitzen. Wer die eigene finanzielle Situation realistisch einordnen möchte, benötigt ein klares Verständnis von Vermögensarten, Verteilungskennzahlen und den Faktoren, die den Vermögensaufbau beeinflussen. Dieser Artikel liefert alle relevanten Zahlen aus der Bundesbank-Studie PHF 2023, erklärt die Unterschiede zwischen Brutto- und Nettovermögen und zeigt, welche Strategien langfristig zu finanzieller Sicherheit führen.

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • Das Vermögen in Deutschland erreichte Ende 2025 ein Rekord-Geldvermögen von über 10 Billionen Euro (DZ Bank, 2026).
  • Das durchschnittliche Nettovermögen pro Haushalt beträgt 324.800 Euro, das Medianvermögen liegt bei 103.100 Euro (Bundesbank PHF, 2023).
  • Ab einem Nettovermögen von 777.200 Euro gehört ein Haushalt zu den reichsten 10 Prozent in Deutschland (IW Köln, 2025).
  • Die Vermögensverteilung zwischen Ost (150.900 €) und West (359.800 €) zeigt weiterhin erhebliche Unterschiede (Destatis, 2024).
  • Wohneigentum ist der zentrale Vermögenstreiber – Eigentümer-Haushalte besitzen im Median 231.000 Euro, Mieter nur 57.300 Euro.

PRIVATES GELDVERMÖGEN DEUTSCHLAND

10,03 Bio. €

Rekordstand Ende 2025 – DZ Bank Hochrechnung

Was ist Vermögen? Definition und Vermögensarten

Vermögen in Deutschland beschreibt den Gesamtwert aller materiellen und immateriellen Güter, die eine Person oder ein Haushalt besitzt. Dazu zählen Sachwerte wie Immobilien, Grundstücke, Fahrzeuge und Edelmetalle ebenso wie Geldvermögen in Form von Bankguthaben, Aktien, Anleihen und Fondsanteilen. Darüber hinaus zählt Humankapital – also Wissen, Ausbildung und berufliche Erfahrung – zu den Vermögenswerten, weil es künftige Einkünfte sichern kann.

Das Nettovermögen ergibt sich aus dem Bruttovermögen abzüglich aller Schulden und Verbindlichkeiten wie Hypotheken, Konsumentenkredite oder Studiendarlehen. Laut der Bundesbank-Studie PHF (Private Haushalte und ihre Finanzen) verfügten deutsche Haushalte im Jahr 2023 durchschnittlich über ein Nettovermögen von 324.800 Euro. Inflationsbereinigt entspricht das einem Rückgang von 268.700 Euro auf 239.200 Euro gegenüber 2021.

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Definition: Nettovermögen

Das Nettovermögen umfasst alle Vermögenswerte eines Haushalts – Immobilien, Finanzvermögen, Fahrzeuge und Betriebsvermögen – abzüglich sämtlicher Verbindlichkeiten. Laut Bundesbank (2025) lag das durchschnittliche Nettovermögen deutscher Haushalte 2023 bei 324.800 Euro, der Median bei 103.100 Euro.

Sachvermögen und Geldvermögen im Überblick

Sachvermögen umfasst physische Werte wie Immobilien, Grundstücke, Maschinen und Edelmetalle. Diese Vermögensart bildet das Fundament vieler Portfolios und zeigt sich relativ unempfindlich gegenüber kurzfristigen Marktschwankungen. Allein das in Wohngebäude investierte Vermögen der privaten Haushalte belief sich Ende 2022 auf rund 6,4 Billionen Euro. Immobilienbesitz ist damit der wichtigste einzelne Vermögensbaustein in Deutschland.

Geldvermögen besteht aus Bargeld, Bankeinlagen, Aktien, Anleihen, Fondsanteilen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen. Im dritten Quartal 2025 erreichte das Geldvermögen der privaten Haushalte laut Bundesbank ein neues Rekordniveau von 9.389 Milliarden Euro. Mehr als ein Drittel davon entfällt auf Bargeld und Sichteinlagen.

Vermögensart Beispiele Besonderheiten
Sachvermögen Immobilien, Grundstücke, Fahrzeuge, Edelmetalle Stabiler Wert, oft inflationsgeschützt; hoher Kapitaleinsatz nötig
Geldvermögen Bargeld, Bankguthaben, Aktien, Anleihen, Fonds Hohe Liquidität; abhängig von Zinsen, Inflation und Kursentwicklung
Humankapital Ausbildung, Berufserfahrung, Fachwissen Steigert künftiges Einkommen; erfordert Zeit und Bildungsinvestition

Median vs. Durchschnitt: Warum der Unterschied entscheidend ist

Das Medianvermögen teilt alle Haushalte in zwei gleich große Hälften: Die eine Hälfte besitzt mehr, die andere weniger. Dieser Wert reagiert kaum auf Ausreißer und bildet die finanzielle Realität der Mitte deutlich besser ab als der Durchschnitt. Das Verhältnis aus Mittelwert (324.800 €) und Median (103.100 €) beträgt 3,1 – ein Indikator für hohe Vermögensungleichheit laut Bundesbank (2025).

Der Durchschnitt wird von wenigen sehr vermögenden Haushalten nach oben verzerrt. Rund 50 Prozent des gesamten Geldvermögens entfallen auf die vermögendsten 10 Prozent – etwa 4 Millionen Haushalte. Am unteren Ende stehen rund 20 Millionen Haushalte, auf die lediglich 8 Prozent des Geldvermögens entfallen. Der Gini-Koeffizient für Nettovermögen liegt bei 72,4 und damit auf einem der höchsten Werte in der Eurozone.

Vermögen in Deutschland: Aktuelle Zahlen und Verteilung 2026

Das Vermögen in Deutschland ist ungleich verteilt. Laut der Bundesbank-Vermögensbefragung PHF 2023 beträgt das durchschnittliche Nettovermögen pro Haushalt 324.800 Euro – rund 3 Prozent mehr als 2021 (316.500 Euro). Inflationsbereinigt ergibt sich allerdings ein Rückgang von 268.700 Euro auf 239.200 Euro, weil die hohen Inflationsraten 2022/2023 die reale Kaufkraft gesenkt haben.

Das Medianvermögen aller privaten Haushalte lag 2023 bei rund 103.100 Euro. Zur reichsten 10 Prozent der Bevölkerung gehört laut IW Köln (2025), wer mehr als 777.200 Euro Nettovermögen besitzt. Ab der Marke von rund 1 Million Euro zählt ein Haushalt zum obersten 1 Prozent.

324.800 €

Ø Nettovermögen

103.100 €

Medianvermögen

777.200 €

Top-10%-Schwelle

72,4

Gini-Koeffizient

Vermögen in Deutschland nach Altersgruppen

Das Vermögen in Deutschland folgt einem typischen Lebenszyklus-Muster: Es wird über das Erwerbsleben hinweg aufgebaut und im Ruhestand teilweise wieder aufgezehrt. Die Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen erreicht mit einem Medianvermögen von 241.100 Euro den höchsten Wert aller Kohorten. Unter 35-Jährige kommen im Median auf nur 17.300 Euro – bedingt durch Berufseinstieg, Studienschulden und den Beginn der Immobilienfinanzierung.

Altersgruppe Medianvermögen Durchschnitt Top-10%-Schwelle
Unter 35 Jahre 17.300 € ca. 32.000 € ca. 200.000 €
35–44 Jahre ca. 75.000 € ca. 180.000 € ca. 480.000 €
45–54 Jahre ca. 135.000 € ca. 340.000 € ca. 700.000 €
55–64 Jahre 241.100 € ca. 424.000 € 1,06 Mio. €
65–74 Jahre ca. 200.000 € ca. 380.000 € ca. 900.000 €
75+ Jahre Rückläufig Rückläufig Niedrigere Schulden

Quelle: Bundesbank PHF 2023, IW Köln 2025. Werte gerundet. Angaben in Nettovermögen pro Haushalt.

Ost-West-Gefälle beim Vermögen in Deutschland

Das Ost-West-Gefälle bei der Vermögensverteilung in Deutschland ist auch 35 Jahre nach der Wiedervereinigung deutlich spürbar. Ostdeutsche Haushalte besitzen im Durchschnitt nur 150.900 Euro Nettovermögen, westdeutsche Haushalte dagegen 359.800 Euro – mehr als das Doppelte. Laut Sozialbericht 2024 des Statistischen Bundesamts hat sich diese Lücke in den letzten 10 Jahren kaum geschlossen.

Die Ursachen für das Ost-West-Gefälle sind struktureller Natur. Die Eigentumsquote liegt in Westdeutschland bei rund 50 Prozent, in Ostdeutschland bei unter 40 Prozent. Da Wohneigentum den größten einzelnen Vermögensbaustein darstellt, wirkt sich die niedrigere Eigentumsquote direkt auf das Nettovermögen aus. Hinzu kommen geringere Einkommen – ostdeutsche Löhne liegen weiterhin knapp 30 Prozent unter dem westdeutschen Niveau – und deutlich niedrigere Erbschaftsvolumina. Westdeutsche erhielten 2024 viermal so hohe Summen durch Erbe und Schenkungen wie Menschen im Osten.

📊 Ø Nettovermögen: West vs. Ost

Westdeutschland
359.800 €
Ostdeutschland
150.900 €
Deutschland gesamt
324.800 €

Vermögen in Deutschland und die Rolle von Wohneigentum

Wohneigentum ist der wichtigste Einzelfaktor für das Vermögen in Deutschland. Eigentümer-Haushalte verfügen im Median über ein Nettovermögen von rund 231.000 Euro, Mieter-Haushalte kommen dagegen nur auf 57.300 Euro. Der selbstgenutzte Immobilienbesitz stellt in den meisten Altersgruppen den größten Anteil am Bruttovermögen dar. Der Mittelwert selbstgenutzter Wohnimmobilien liegt bei 343.200 Euro.

Allerdings bindet ein Immobilienkauf erhebliches Kapital und erfordert langfristige Finanzierung. In Phasen steigender Zinsen – wie 2022/2023 – verteuert sich die Hypothekenbelastung spürbar, was den Nettovermögensaufbau zunächst bremst. Gleichzeitig wird die Immobilie mit fortschreitender Tilgung zum stabilsten Vermögenswert. Eine ausgewogene Mischung aus Wohneigentum und anderen Anlageformen bleibt die empfohlene Strategie.

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Wohneigentum als Vermögenshebel

Eigentümer-Haushalte besitzen im Median rund 4-mal so viel Nettovermögen wie Mieter-Haushalte (231.000 € vs. 57.300 €). In Westdeutschland liegt die Eigentumsquote bei 50 %, in Ostdeutschland bei unter 40 % – ein wesentlicher Treiber des Ost-West-Gefälles.

Geldvermögen 2025: Rekordstand über 10 Billionen Euro

Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland hat 2025 erstmals die Marke von 10 Billionen Euro überschritten. Nach einer Hochrechnung der DZ Bank (Januar 2026) stieg das nominale Geldvermögen 2025 um rund 6 Prozent bzw. 600 Milliarden Euro auf 10,03 Billionen Euro. Für 2026 wird ein weiterer Anstieg auf rund 10,5 Billionen Euro erwartet.

Die Gründe für den Rekordstand sind vielfältig: Eine hohe Sparquote von rund 10,4 Prozent des verfügbaren Einkommens, positive Börsenkurseffekte – der DAX legte 2025 um rund 23 Prozent zu – und steigende Investitionen in Fonds und Aktien. Gleichzeitig profitieren allerdings vor allem wohlhabende Haushalte vom Kursanstieg, weil die vermögensärmere Hälfte der Bevölkerung ihr Geldvermögen nahezu ausschließlich in risikoarmen Einlagen und Versicherungsansprüchen hält.

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Inflationsbereinigt weniger Vermögen

Trotz nominaler Rekordstände ist das reale Nettovermögen inflationsbereinigt von 268.700 € (2021) auf 239.200 € (2023) gesunken. Die Kaufkraft des Ersparten hat sich durch die hohe Inflation 2022/2023 deutlich verringert, besonders bei Sparern mit reinen Einlageprodukten.

Vermögen in Deutschland Komponenten: Haus, Aktien, Sparschwein und Schulden.

Vermögensaufbau in Deutschland: Strategien nach Lebensphase

Nachhaltiger Vermögensaufbau basiert auf einer langfristigen Strategie, die verschiedene Vermögensarten kombiniert und an die jeweilige Lebensphase angepasst wird. Der erste Schritt ist ein klarer Überblick über Einnahmen und Ausgaben. Ein Notgroschen von drei bis sechs Monatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto bildet die Basis. Danach lohnt sich der regelmäßige Einstieg in breit gestreute Kapitalmarktanlagen.

Vermögensaufbau durch Sparen und Investieren

Ein weltweit gestreuter ETF (Exchange Traded Fund) gilt für Einsteiger als kostengünstiger und transparenter Einstieg in den Kapitalmarkt. Wer monatlich per Sparplan investiert, nutzt den Durchschnittskosteneffekt und baut auch in schwankenden Märkten kontinuierlich Vermögen auf. Zur Diversifikation können ergänzend Anleihen, Rohstoffe oder Immobilienfonds hinzukommen. Langfristig erzielen breit gestreute Aktienanlagen historisch höhere Renditen als Spareinlagen – laut Bundesbank blieb die reale Rendite auf risikoarme Einlagen 2024 und 2025 negativ.

Strategien für unterschiedliche Lebensphasen

Berufseinsteiger sollten vor allem in Humankapital investieren: Weiterbildung erhöht das Einkommen und schafft Spielraum für spätere Kapitalanlagen. Laut Sozialbericht 2024 kommen Akademiker im Durchschnitt auf 401.300 Euro Nettovermögen, Personen ohne Berufsausbildung nur auf 193.300 Euro. In der Familienphase stehen Rücklagenbildung, Altersvorsorge und gegebenenfalls der Erwerb von Wohneigentum im Mittelpunkt.

Ab dem 50. Lebensjahr empfiehlt sich eine schrittweise Reduktion des Aktienanteils zugunsten sicherer Anlageformen wie Anleihen oder Festgeld. Gleichzeitig sollte ein gewisser Aktienanteil beibehalten werden, um von Wachstumschancen zu profitieren. Steuerliche Förderungen wie die Riester-Rente, die Rürup-Rente oder die betriebliche Altersvorsorge (bAV) können den Vermögensaufbau zusätzlich unterstützen.

🔄 Vermögensaufbau in 4 Schritten

1

Überblick schaffen

Einnahmen und Ausgaben analysieren, Sparpotenzial identifizieren

2

Notgroschen aufbauen

3–6 Monatsgehälter als Liquiditätsreserve auf Tagesgeldkonto

3

Breit investieren

ETF-Sparplan, Diversifikation über Anlageklassen und Regionen

Regelmäßig anpassen

Portfolio-Rebalancing, Risikoprofil an Lebensphase anpassen

Risikomanagement und Diversifikation beim Vermögen in Deutschland

Risikomanagement bedeutet nicht, Risiken komplett zu vermeiden, sondern sie gezielt zu steuern. Eine gute Diversifikation verteilt das Vermögen auf verschiedene Anlageklassen, Branchen und Regionen. Dadurch können Verluste in einem Bereich durch Gewinne in einem anderen ausgeglichen werden. Die Bundesbank-Daten zeigen, dass die vermögendsten 10 Prozent der Haushalte mehr als 70 Prozent des Nettogeldvermögens halten – unter anderem weil sie stärker in renditestarke Kapitalmarktanlagen investieren.

Regelmäßiges Rebalancing – also das Anpassen der Anteile verschiedener Vermögensarten an das gewünschte Risikoprofil – hilft dabei, die Anlagestrategie konsistent zu halten. Beim langfristigen Vermögensaufbau ist Geduld entscheidend: Kurzfristige Schwankungen gehören dazu, langfristig wachsen Kapitalmärkte jedoch tendenziell. Wer den Zinseszinseffekt über Jahrzehnte nutzt, profitiert überproportional.

Kapitalmarkt-Investition

Aktien, ETFs und Fonds

  • +Historisch höhere Renditen als Spareinlagen
  • +Schutz vor Kaufkraftverlust durch Inflation
  • +Zinseszinseffekt bei langfristigem Anlagehorizont
  • +Breite Diversifikation über ETF-Sparpläne möglich

⚠️ Reine Spareinlagen

Tagesgeld, Sparbuch und Festgeld

  • Reale Rendite 2024/2025 laut Bundesbank negativ
  • Kaufkraftverlust bei Inflation über dem Zinssatz
  • Kein Zugang zu langfristigen Wachstumschancen
  • Vermögensärmere 50 % halten fast nur risikoarme Anlagen

Vermögen und Einkommen: Der entscheidende Unterschied

Vermögen und Einkommen sind eng verknüpft, bezeichnen aber grundlegend verschiedene Größen. Das Einkommen umfasst alle regelmäßigen Einnahmen aus Arbeit, Kapitalanlagen, Miete oder Transferleistungen. Das Vermögen ist dagegen der Bestand, der sich über Jahre aus gespartem Einkommen, Erbschaften, Wertsteigerungen und Zinserträgen aufbaut. Ein hohes Einkommen erleichtert den Vermögensaufbau, garantiert ihn aber nicht – entscheidend ist die Sparquote.

Umgekehrt generiert ein ausreichendes Vermögen zusätzliche Einnahmen in Form von Dividenden, Mieteinnahmen oder Zinsen. Laut Bundesbank sind Kapitaleinkommen in Westdeutschland deutlich höher als in Ostdeutschland, wo Sozialversicherungsrenten und Transfers einen größeren Anteil am Gesamteinkommen ausmachen. Wer den Unterschied zwischen Einkommen und Vermögen versteht, kann gezielter am langfristigen Vermögensaufbau arbeiten.

Häufig gestellte Fragen

Was zählt in Deutschland zum Vermögen?
Zum Vermögen in Deutschland zählen alle materiellen und immateriellen Güter im Besitz einer Person oder eines Haushalts. Dazu gehören Sachwerte wie Immobilien, Grundstücke, Fahrzeuge und Edelmetalle sowie Geldvermögen in Form von Bankguthaben, Aktien, Anleihen und Fondsanteilen. Auch Humankapital – also Ausbildung, Fachwissen und berufliche Erfahrung – wird als Vermögensfaktor betrachtet, weil es zukünftige Einkünfte sichert. Das Nettovermögen ergibt sich nach Abzug aller Verbindlichkeiten wie Hypotheken und Konsumentenkredite.
Wie hoch ist das Medianvermögen in Deutschland 2026?
Das Medianvermögen aller privaten Haushalte in Deutschland lag laut Bundesbank-Studie PHF 2023 bei 103.100 Euro. Der Median teilt alle Haushalte in zwei Hälften – die eine besitzt mehr, die andere weniger. Bei unter 35-Jährigen beträgt der Median 17.300 Euro, bei 55- bis 64-Jährigen erreicht er 241.100 Euro. Der Median ist aussagekräftiger als der Durchschnitt (324.800 Euro), weil er nicht durch extrem hohe Vermögen verzerrt wird. Die nächste Bundesbank-Erhebung ist für 2026 geplant.
Ab welchem Vermögen gehört man zu den reichsten 10 Prozent?
Laut IW Köln (2025) gehört ein Haushalt ab einem Nettovermögen von 777.200 Euro zu den reichsten 10 Prozent in Deutschland. Die Schwelle variiert nach Alter: Bei unter 35-Jährigen reichen bereits rund 200.000 Euro, bei 55- bis 64-Jährigen liegt die Grenze bei über 1,06 Millionen Euro. Zum reichsten 1 Prozent zählt, wer über rund 1 Million Euro Nettovermögen verfügt. Das oberste Prozent hält je nach Datenquelle zwischen 22 und 35 Prozent des gesamten Vermögens.
Warum ist das Vermögen in Ostdeutschland niedriger als im Westen?
Ostdeutsche Haushalte besitzen im Durchschnitt nur 150.900 Euro Nettovermögen gegenüber 359.800 Euro in Westdeutschland. Die Ursachen sind historisch bedingt: geringere Eigentumsquoten (unter 40 % vs. 50 % im Westen), niedrigere Einkommen (rund 30 % unter dem Westniveau) und deutlich geringere Erbschaftsvolumina. 2024 erhielten westdeutsche Haushalte viermal so hohe Summen durch Erbe und Schenkungen. Diese strukturellen Unterschiede schließen sich nur langsam.
Welche Rolle spielt Wohneigentum beim Vermögen in Deutschland?
Wohneigentum ist der zentrale Vermögenshebel in Deutschland. Eigentümer-Haushalte besitzen im Median rund 231.000 Euro Nettovermögen, Mieter-Haushalte nur 57.300 Euro. Selbstgenutztes Wohneigentum bildet in den meisten Altersgruppen den größten Anteil am Bruttovermögen. Der durchschnittliche Wert einer selbstgenutzten Immobilie liegt bei 343.200 Euro. Immobilienkauf bindet allerdings langfristig Kapital und sollte nicht der einzige Baustein im Portfolio sein.
Was ist der Unterschied zwischen Vermögen und Einkommen?
Einkommen umfasst alle regelmäßigen Einnahmen aus Arbeit, Kapitalanlagen und Transfers. Vermögen ist der Bestand, der sich über Jahre aus gespartem Einkommen, Erbschaften und Wertsteigerungen aufbaut. Ein hohes Einkommen erleichtert den Vermögensaufbau, garantiert ihn aber nicht – entscheidend ist die Sparquote. Umgekehrt generiert ein ausreichendes Vermögen zusätzliche Einnahmen wie Dividenden, Zinsen oder Mieteinnahmen und schafft langfristig finanzielle Unabhängigkeit.
Wie lässt sich Vermögen sicher aufbauen?
Sicherer Vermögensaufbau basiert auf einer langfristigen Strategie mit mehreren Bausteinen: eine Liquiditätsreserve von 3–6 Monatsgehältern, regelmäßige Investitionen in breit gestreute ETFs, Diversifikation über Aktien, Anleihen und gegebenenfalls Immobilien sowie die Nutzung steuerlicher Förderungen wie Riester-, Rürup-Rente oder betriebliche Altersvorsorge. Entscheidend ist der frühe Start – der Zinseszinseffekt wirkt umso stärker, je länger der Anlagezeitraum ist.

🎯 Fazit

Das Vermögen in Deutschland erreicht nominal neue Rekordstände – das Geldvermögen der privaten Haushalte überschritt Ende 2025 erstmals 10 Billionen Euro. Dennoch bleibt die Verteilung stark ungleich: Das Medianvermögen von 103.100 Euro zeigt, dass die Mehrheit der Haushalte weit vom Durchschnitt (324.800 Euro) entfernt liegt. Wohneigentum, Bildung und die Region sind die entscheidenden Treiber für die persönliche Vermögensposition. Ein frühzeitiger, breit diversifizierter Vermögensaufbau – kombiniert mit dem Wissen um den Unterschied zwischen Median und Durchschnitt – bildet die Grundlage für langfristige finanzielle Sicherheit. Inflationsbereinigt hat die Kaufkraft des Ersparten zuletzt abgenommen, was den Bedarf an renditestarken Anlagestrategien zusätzlich unterstreicht.

Quellenverzeichnis

Offizielle Quellen & Bundesbank

Deutsche Bundesbank – Vermögen und Finanzen privater Haushalte (PHF 2023)

publikationen.bundesbank.de

Deutsche Bundesbank – Geldvermögensbildung Q1 2025

bundesbank.de

Statistisches Bundesamt – Sozialbericht 2024: Vermögen und Schulden

destatis.de

Statistisches Bundesamt – Vermögen und Schulden (EVS)

destatis.de

Studien & Forschung

IW Köln – Vermögensvergleich nach Altersgruppen (Juli 2025)

iwkoeln.de

Hans-Böckler-Stiftung – Vermögensverteilung in Deutschland

boeckler.de

Euronews – Geldvermögen Deutschland Rekordniveau (Januar 2026)

de.euronews.com

Weitere Quellen

Wikipedia – Edelmetalle

de.wikipedia.org

Ostbeauftragte der Bundesregierung – Einkommens- und Vermögensunterschiede

ostbeauftragte.de